„Sieh nur, ein brütendes Reh!“

Jährlich verlaufen sich in Deutschland 160 Menschen beim Pilzesuchen im Wald und müssen von der Polizei gerettet werden...“

Da kommt mir ja das Huhn von letzter Nacht wieder hoch!

Wie blöd kann man eigentlich sein? Wenn euch die Orientierung fehlt, schnallt euch lieber daheim auf der Couch fest und hofft, dass euch jemand ein Bier oder Kamillentee bringt!

Aber was wollen Hänsel und Gretel eigentlich in unserem Wald, bewaffnet mit einem zehn Jahre alten Pilzratgeber, in dem sie herumblättern, als wäre es ein chinesisches Grundschuljahrbuch?

Sie latschen auf Kreuzottern, fallen tot um und lassen sich vom Grauschnäpper und der Heckenbraunelle auf die protzige Jack-Wolfskin-Outdoorjacke scheißen, obwohl sie einen Rotrückenwürger nicht von einer Schafstelze unterscheiden können!

Sie stolpern am Waldrand über eine verzweifelte Rötel- und eine verängstigte Hüpfmaus und ich darf dann zusehen, wie ich von so aufgeregtem Wühlzeug kein Sodbrennen bekomme!

H. Und G. halten einen Luchs für die leicht gewachsene, entlaufene Katze des Nachbarn und lernen so beim Anlocken der Mieze mit Hackbällchen aus dem Picknickkorb ein Raubtier von seiner fletschigen Seite kennen.

Sie schleppen an ihren Hosenbeinen Schwimm-, Ruder- und Skorpionwanzen mit nach Hause, die sich in ihren Kopfkissen einnisten und ihnen nachts über das Gesicht in den Mund krabbeln.

Sie haben die Haare voller Springspinnen und fangen sich den Gebüsch-Ohrwurm ein, der sich langsam in die Reste ihres Gehirnes frisst...

Und merkt euch endlich: Krickenten sind keine Tafelenten! Das sieht und schmeckt man doch!

Aber was tun die Öko-Wanderer aus dem Esoterikladen und die „Nun atme doch auch mal richtig tief durch ist das nicht herrlich hier das sollten wir viel öfter machen und nächstes Mal nehmen wir auch unsere Waldorfblagen mit...“-Spinner, die wieder aus dem Wald herausgefunden haben? Sie schleppen ihre Pilzbeute, der das Cadmium aus den Krempen tropft, gierig und peinlich beglückt nach Hause und hauen den Scheidenstreifling gemeinsam mit dem Karbolegerling und dem Gifthäubling in die gusseiserne Pfanne und bringen so sich und ihre Mitesser aus der stinkenden Kommune von nebenan unter die Erde. Da sich all die Spinner am Tisch für eine Waldbestattung entschieden haben, schließt sich hier der Kreis. Auf ganz natürliche Art.

Macht euch bloß raus aus unserem Wald! Wenn ich in euren Vorgärten auftauche, um meinen Bandwurm loszuwerden, ruft ihr doch auch sofort nach dem Kammerjäger!

Doch, was reg ich mich auf? Hin und wieder erwischt ohnehin der Jäger einen von euch, da er die dicke Birte, die sich auf allen Vieren durch den Waldboden pflügt, für eine brunftige Bache hält, welche für Flurschaden sorgt und erlegt werden muss.

Und in naher Zukunft werden die Wölfe unsere Wälder ohnehin wieder von H. Und G. befreien. Mahlzeit euch allen!

D.w.F.